Tageszeitungen verlieren an Auflage, das gilt generell und nicht nur bundes- sondern fast weltweit. Grund ist die schnellere Konkurrenz Internet. Viele Verlage haben die Anpassung an die “Neuzeit” aufgeschoben oder auf die Entwicklung geblickt wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die Schlange – in Angststarre.
Die bedeutende WAZ-Gruppe hatte in der Vergangenheit zwei Fehlentwicklungen genommen, die nun korrigiert wurden bzw. werden: Bei dem Internetportal Der Westen gingen die etablierten Zeitungstitel verloren, so auch die besonders starke Marke WAZ. Jetzt wurde aus www.derwesten.de ein WAZ-Portal und stellt mit der zusätzlichen Verlinkung via www.waz.de eine solide Verlängerung der Marke ins Internet dar. Auch die weiteren WAZ-Titel haben jetzt ihren Internet-Auftritt, wobei allerdings die Inhalte zum Teil identisch sind.
Zweiter Fehler der Gruppe war das personelle Abspecken in der Fläche – rund 300 Redakteure mussten gehen - und damit die Vernachlässigung der Lokalausgaben. Hier gibt es nun – endlich – einen Kurswechsel. Denn: Das Lokale ist die große Domäne der Verlage, auf diesem Gebiet stellt das Internet nur in Ausnahmefällen eine Konkurrenz dar. Hier ein Bericht der FAZ über die Neuausrichtung.
In der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf kann man die Umstellung am Zeitungstitel NRZ besichtigen, der nun NRZ DÜSSELDORF heißt, ein richtiger Schritt, dem allerdings eine personelle Aufstockung der Redaktion folgen muss.
Die Zeitungsgruppe Rheinische Post, sowohl bundes- als auch europaweit ein bedeutender Player im Printmarkt, hat den Schritt ins Internet konsequent und mit entsprechenden Investitionen vollzogen und ist heute im bundesweiten Ranking erfolgreichstes Regional-Portal.
Gleichzeitig legte Chefredakteur Sven Gösmann auch bei der gedruckten Zeitung drauf, indem er regionale Redaktionen aufstockte und ein Zusatzangebot für die Leser kreierte. Die Doppelstrategie zahlt sich für die Rheinische Post aus. Mit einem Minus von ca. zwei Prozent im 12-Monats-Trend liegt sie wesentlich besser als viele Mitbewerber. Die WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet etwa muss vier bis fünf Prozent Schwund im Jahresverlauf hinnehmen.
Die finanzielle Situation der Rheinischen Post läßt es auch zu, den Hunger auf mehr zu stillen. Die Düsseldorfer wollen sich laut meedia.de die Zeitungsgruppe Saarbrücken einverleiben, die für 330 Mio. Euro Umsatz steht.
Hier eine kritische Einschätzung der bei der WAZ eingeleiteten Maßnahmen.
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