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Dürfen solche Menschen zu Maischberger?

14. Mai 2012 by

Von Dr. Gudrun Eussner

Das aggressive Auftreten der Salafisten, bei dem in Bonn durch Messerattacken drei Polizisten lebensgefährlich verletzt wurden, hat Teile der bislang eher zur Ausblendung und Verharmlosung neigenden Öffentlichkeit alarmiert. Der integrationspolitische Sprecher der FDP forderte sogar: „Salafisten, die gewaltsam gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vorgehen, müssen ausgebürgert werden.“ (Neue Osnabrücker Zeitung vom 10. Mai 2012, S. 1)

Laut Pressemitteilung will nun die ARD im Rahmen ihrer Sendung „Menschen bei Maischberger“ am Dienstag, den 15.05.2012 einem führenden Vertreter der Salafisten in Deutschland, Imam Scheich Hassan Dabbagh [wann geboren, wo studiert, wo promoviert? G.E.], eine Bühne für einen Propagandaauftritt ermöglichen. Auf diese Weise leistet dass öffentlich-rechtliche Fernsehen auf dem Rücken der mehrheitlich islamkritisch eingestellten Gebührenzahler einen Beitrag dazu, den verfassungsfeindlichen und gewaltbereiten Salafismus salonfähig zu machen. Die KAFIR protestiert gegen diesen geplanten Fernsehauftritt des salafistischen Imams und fordert die ARD auf, Dabbagh auszuladen und damit ein klares politisches Zeichen zu setzen.

Bei den Salafisten handelt es sich um aktivistische Vorkämpfer, aber nicht um Verfälscher des orthodoxen Islam, die sich strikt am Vorbild des Propheten Mohammed und den ersten drei Generationen seiner Anhängerschaft orientieren. Der Name leitet sich ab von der arabischen Bezeichnung as-salaf as-salih, was so viel bedeutet wie: die frommen Vorfahren. Der Unterschied zum orthodoxen Mainstream-Islam besteht darin, dass die Festlegungen der vier islamischen Rechtsschulen abgelehnt und nur Koran und Sunna als verbindliche Richtschnur anerkannt werden.

Zum weltanschaulich-politischen Standardrepertoire der Salafisten gehören die radikale Ablehnung der säkular-demokratischen Gesellschaftsordnung sowie die militante Bekämpfung der Ungläubigen einschließlich ihrer Wertorientierungen. Darüber hinaus fungiert der Salafismus als ideologische Grundlage für Terroristen, die sich auf den Islam berufen. Aus der Salafistenszene gingen sowohl zwei Mitglieder der aufgeflogenen Sauerland-Gruppe, der Attentäter vom Frankfurter Flughafen, Arid Uka, sowie eine ganze Reihe von deutschen Djihadisten hervor, die in Kampfgebiete nach Afghanistan, Pakistan und Tschetschnien zogen.

Im Inland betreiben die Salafisten eine ungeschminkte Erpressungspolitik, indem sie den Staat mit Gewaltandrohung und Gewaltanwendung dazu nötigen wollen, Grundrechte wie das öffentliche Bekunden von religionskritischen Überzeugungen außer Kraft zu setzen. So erklärte der Salafist Denis Mamadou Cuspert in einem ZDF-Interview, dass er und seine Gesinnungfreunde bereit seien, angesichts des Zeigens von Mohammed Karikaturen hemmungslos Gewalt anzuwenden:

Frage: „Bis wohin darf die Verteidigung des Propheten gehen?“
Cuspert: „Bis zum Tod. Für jeden Muslim bis zum Tod. Ich bin zu dieser Demonstration gekommen, um zu zeigen, dass es nicht geht, den Propheten zu beleidigen.“
Frage: „Würden Sie für den Propheten sterben?“
Cuspert: „Es ist für jeden Muslim eine Ehre, für den Propheten zu sterben. Also auch für mich.“

Der Salafismus, der in der islamischen Welt eine Massenbewegung darstellt, verkörpert die nicht scharf abgrenzbare Übergangszone zwischen orthodoxem Islam und militantem Djihadismus. Sein nunmehr ungeschminktes Auftreten sollte Anlass dafür sein, die öffentliche Schönfärbung und Verharmlosung des orthodoxen Islam aufzugeben und sich den unangenehmen Wahrheiten zu stellen. Darüber hinaus muss die Absicht von Politkern wie zum Beispiel der Sozialdemokratin Hannelore Kraft verhindert werden, einen Verrat an den erkämpften Grundrechten zu begehen und das Zeigen von Mohammed-Karikaturen, dessen Zeichner von der Bundeskanzlerin mit einem Preis geehrt wurde, zu verbieten.”

Der Kommunikations- und Aufklärungsplattform für islamspezifische Religionskritik (KAFIR) gehören an:

Ex-Muslime ÖsterreichFreidenkerbund Österreich (FBÖ)
Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM)
HINTERGRUND-Verlag Osnabrück
Initiative Humanismus (IH)
Junge Atheisten
Verein für Aufklärung und Freiheit e. V. (VAF e. V.)
Wissen Bloggt (WB)
Atheisten-Info

U P D A T E   Die Maischberger Redaktion will das Thema Salafismus morgen, 22:45 Uhr, mit diesen Gästen diskutieren:

Renan Demirkan (Schauspielerin und Autorin)
Michel Friedman (Journalist)
Imam Scheich Hassan Dabbagh (Muslimischer Gelehrter)
Kristiane Backer (Moderatorin und Muslimin)
Matthias Matussek ("Spiegel"-Journalist)
Wolfgang Bosbach (CDU, Innenpolitiker) Laut CDU-Politikerin
Erika Steinbach wurde die Ex-Muslimin und Buchautorin
Sabatina James von Maischberger ausgeladen!

2 Responses to Dürfen solche Menschen zu Maischberger?

  1. Dieser Salafismus Quatsch nervt so langsam. Kümmern Sie sich doch besser um die Scientologen.

  2. Bibel vs Koran??

    Die´Salafisten-Diskussion´ bei Sandra Maischberger weckte in mir das äusserst beklemmende Gefühl, das uns das Mittelalter wieder einholt – in merkwürdigen Konstellationen und Spiegelungen:
    Nicht nur auf Grund der durchsichtigen Bemäntelung der ursprünglichen Aussagen der Wolfs-Religion des Koran durch den ´Imam´, der öffenlich natürlich immer Kreide gefressen hat, sondern auch wegen der Haltung der religiösen ´Gesprächskombattanten´: immer wieder schimmerte der Grundtenor durch: das Christentum ist die Basis unserer jetzigen bürgerlich-europäischen Welt, ja sogar unserer Freiheiten (die ja in Wirklichkeit durch Freidenker gegen ´die Kirche´ erkämpft werden mussten), und ohne Christentum kann es keine ethisch akzeptable Anwendung der ´Vernunft´geben. Und dann die grün-gewandete geschminkte ´Muslima´, die eine esoterische Micky-Maus-Version des Korans zum Besten gab und vermutlich im Iran sehr bald Probleme mit den Glaubenswächtern bekommen würde.

    Für mich ist es ein großer Fehler, diese Diskussion den ´Religösen´zu überlassen. Das bedeutet, die Verursacher vieler Probleme unserer Gesellschaft zur Lösung der Probleme zu befragen.

    Stärken wir unsere Demokratie und tun wir alles, um die Religion dorthin zu verbannen, wo Sie hingehört: in das private, stille Kämmerlein, wo jeder anbeten mag was er will – solange er seinen Nachbarn nicht damit damit behelligt.

    mfg
    St

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